Blog/Presse

Durch den stetigen Wandel der Steuergesetze ist Fortbildung für unsere Kanzlei eine alltägliche Arbeit.
Regelmäßig arbeiten wir einzelne Themen auf und stellen Ihnen diese Artikel hier zur Verfügung.

Kinderbetreuungskosten - Welche Ausgaben können steuermindernd berücksichtigt werden?

geschrieben von Katz & Partner am 08.06.2017
In zwei Wochen beginnen in Niedersachsen die Sommerferien und danach das neue Schuljahr. Bei vielen Familien fallen dann auch zum ersten Mal Kosten für den Kindergarten oder die Betreuung nach der Schule an.
Grundsätzlich können Kinderbetreuungskosten in der Steuererklärung als Sonderausgaben abgezogen werden oder als haushaltsnahe Dienstleistungen die zu zahlende Steuerlast mindern.

Voraussetzung ist, dass tatsächlich Kosten für Dienstleistungen zur Kinderbetreuung angefallen sind. Hierfür muss eine Rechnung mit dazugehörigem Zahlungsnachweis vorliegen. Barzahlungen werden nicht anerkannt. Weiterhin muss das zu betreuende Kind zum Haushalt gehören und das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

In den meisten Fällen sind die Gebühren für Kinderkrippen, Kindertagesstätten oder Kindergärten sowie die Kosten für Tagesmütter, Babysitter, Hausaufgabenbetreuungen, Kernzeitbetreuungen und Internatsgebühren ansetzbar. Sachleistungen für die Betreuer, wie Fahrtkosten, sind ebenfalls ansetzbar. Geht beispielsweise die Großmutter mit den Enkelkindern in den Zoo, sind die übernommenen Fahrtkosten und das übernommene Eintrittsgeld ebenfalls ansetzbar. Wird eine Person für die Betreuung angestellt, so sind auch diese Kosten ansetzbar (inklusive aller Lohnnebenkosten).

Nicht zu den Kinderbetreuungskosten zählen die Ausgaben für die Vermittlung besonderer Fähigkeiten oder Fertigkeiten, wie zum Beispiel der Musikschulbeitrag, Nachhilfekosten oder Schulgeld. Auch die Verpflegung in den oben genannten Institutionen ist nicht absetzbar. Werden in der Abrechnung der Schule oder des Kindergartens sowohl absetzbare und nicht absetzbare Kosten ausgewiesen, sollte man um eine betragsmäßige Aufschlüsselung bitten.

Soweit die Kosten als Sonderausgaben anzusetzen sind, minimieren Sie zu zwei Drittel das zu versteuernde Einkommen. Maximal können aber nur 4.000 Euro abgezogen werden.

Falls ein Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung nicht möglich oder steuerlich ungünstig ist und die Kinderbetreuung in Ihrem Haushalt stattfand, können Sie eventuell eine Steuerermäßigung über die Anrechnung der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen erhalten. Bei der Beschäftigung einer Person im Rahmen eines Au-pair-Verhältnisses in Ihrem Haushalt, sind die Aufwendungen aus Vereinfachungsgründen je zur Hälfte auf Hausarbeiten und die Kinderbetreuung aufzuteilen. Dies bedeutet, dass eine Hälfte der Kosten als Kinderbetreuungskosten und die andere Hälfte als haushaltsnahe Dienstleistung anzusetzen sind.

Grundsätzlich gilt das Sprichwort: Kleine Kinder, kleine Kosten; Große Kinder, große Kosten. Daher sind die oben genannten Punkte nur zwei Möglichkeiten, die Kosten für die Kinder steuerlich mindernd zu berücksichtigen. Auch die Kosten für gezahlte Krankenversicherungsbeiträge der Kinder oder Unterhaltszahlungen an die Kinder können steuerlich berücksichtigt werden. Weiterhin kann auch der Arbeitgeber Kosten übernehmen. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, beraten wir Sie gerne!

HAZ Nordhannoversche Zeitung vom 8. Juni 2017

Notfallkoffer für Unternehmer

geschrieben von Katz & Partner und Rechtsanwalt Andreas Kellner am 13.04.2017
Viele Unternehmen werden häufig von nur einer Person geleitet. Fällt der Unternehmer plötzlich durch Krankheit oder Tod aus, kann dies im Unternehmen oft zu Problemen führen. Die Mitarbeiter oder auch die Familie sind durch die Situation vielfach überfordert. Meist fehlt es in den Unternehmen dann an Lösungsansätzen, sodass Betriebsabläufe ins Stocken geraten, Aufträge nicht rechtzeitig und ordnungsgemäß abgearbeitet werden und im schlimmsten Fall Lieferanten und Löhne nicht rechtzeitig gezahlt werden können.
Gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen treten durch den Ausfall des Entscheidungsträgers häufig Probleme auf. Alle Betriebsinformationen sind meist nur dem Unternehmer zugänglich und an Vertretungsregelungen bzw. Vollmachten fehlt es. Ein sogenannter Notfallkoffer kann dabei hilfreich sein. Er sollte einen schriftlichen Fahrplan beinhalten, der wie eine „Inhaltsangabe“ sofort erkennen lässt, welche Schritte vorzunehmen sind, wer zu informieren ist und vor allem, welche Dokumente enthalten sind und wo die Originale aufbewahrt werden.

Der Notfallkoffer sollte neben den wichtigen persönlichen Dokumenten auch Zweitschlüssel sowie grundsätzliche Betriebsinformationen beinhalten beziehungsweise eine Anleitung wo diese zu finden sind. Grundsätzlich hängt der Inhalt dabei vom jeweiligen Unternehmen ab. Jedoch sollten im Koffer nur Kopien und keine Originale aufbewahrt werden.

Weiter sollte es das Ziel sein, die (vorübergehende) Geschäftsunfähigkeit sowie den Tod des Unternehmers rechtlich abzusichern. Neben der Erteilung einer Prokura, die aber von dem Unternehmer noch selbst vorausschauend erteilt werden sollte, müssen folgende Dokumente zwingend vorhanden sein:

Eine General- bzw. Vorsorgevollmacht, nebst Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht in notariell beglaubigter Form. Diese dient dazu unverzüglich eine Vertretungssituation rechtssicher zu schaffen. Mit einer solchen Vollmacht sind sämtliche Situationen, in denen der Unternehmer selbst nicht mehr für sich handeln kann, abgedeckt. Auch Entscheidungen hinsichtlich der Krankenbehandlung oder gar der Anordnung einer Betreuung (früher Vormundschaft) können selbstbestimmt verfügt werden.

Das notarielle Testament dient dazu, den Todesfall nicht nur hinsichtlich der einfachen Verteilung der Güter zu regeln, sondern hat vielmehr praktische Bedeutung für die Hinterbliebenen was die weitere Handlungsfähigkeit angeht. Während nach einem handschriftlichen Testament erst langwierig ein Erbschein beantragt werden muss, erfolgt beim notariellen Testament lediglich ein Eröffnungsbeschluss und die Erben sind sofort in der Lage den Nachlass betreffende Entscheidungen zu treffen und sich dabei zu legitimieren.

Außerdem ist zu beachten, dass alle Regelungen aufeinander abgestimmt sind. Weichen beispielsweise bei einer Gesellschaft letztwillige Verfügungen von gesellschaftsrechtlichen Vorgaben ab, kann dies zu erheblichen Schäden für die Hinterbliebenen führen. Des Weiteren sollten die steuerlichen Auswirkungen durch Abstimmung aller Berater berücksichtigt werden. Im schlimmsten Fall ist keinem damit geholfen, dass durch die Übernahme des Unternehmens ein Verkauf unumgänglich ist, da die Erbschaftsteuer sonst nicht tragbar wäre.

Das Wissen des Unternehmens muss für seinen Nachfolger (zumindest in wichtigen Teilen) verfügbar sein: Welche Aufträge werden gerade bearbeitet, wann sind Lieferzeitpunkte. Arbeiten Unternehmen mit einem EDV-gestützten System zur Auftragsbearbeitung, sind diese Informationen meist einfach zu beschaffen. Ist dies nicht der Fall, muss der Unternehmer alle Abläufe, Aufträge aufwendig händisch dokumentieren.

Für alle elektronischen Zugänge (wie zum Beispiel Emails, Onlinebanking, Lieferanten-Onlineshops) müssen die dafür notwendigen Berechtigungen (Passwörter, PINs, TANs) ebenfalls im Notfallkoffer vorhanden sein. Sind Daten direkt auf dem PC des Unternehmens gesichert, muss auch dieser Zugang geregelt sein.

Empfehlenswert für einen solchen Notfallkoffer ist es - zum Beispiel in der Urlaubzeit – einmal zu testen, ob wirklich alles nachvollziehbar geregelt und dokumentiert ist.

Es ist für die meisten Menschen eine unangenehme Aufgabe, sich mit den Folgen eines schweren Unfalls oder des eigenen Todes zu beschäftigen. Für einen Unternehmer mit Familie und eigenen Angestellten sollte es aber eine Selbstverständlichkeit sein. Je früher sich ein Unternehmer mit dem Thema beschäftigt umso einfacher wird es später für alle Beteiligten. Gerne unterstützen wir Sie dabei - rechtliche und finanzielle Probleme im Voraus zu vermeiden.

HAZ Nordhannoversche Zeitung vom 13. April 2017

Elektroautos als Firmenwagen

geschrieben von Katz & Partner am 09.02.2017
Bereits im Jahr 2013 hat die Regierung Anreize für den Erwerb von umweltschonenden Autos geschaffen. Ziel war die Erhöhung der Zulassungszahl von aktuell wenigen tausend Elektroautos auf eine Million Fahrzeuge im Jahr 2020.
Wird einem Mitarbeiter ein Firmenwagen zur Verfügung gestellt, ist immer der private Nutzungsanteil steuerlich zu berücksichtigen. Die Ermittlung der Höhe des geldwerten Vorteils ist entweder genau mittels Fahrtenbuch zu berechnen oder pauschal mit einem Prozent des Bruttolistenpreises des Fahrzeuges anzusetzen und beim Arbeitnehmer als Bruttobezug in der Gehaltsabrechnung zu berücksichtigen.

Da meist der Aufwand für das Führen des Fahrtenbuchs und die Ermittlung der Gesamtkosten für das Fahrzeug zu groß ist, wird häufig die 1%-Methode bevorzugt. Dabei wird der private Nutzungsanteil pauschal mit einem Prozent vom Bruttolistenpreis als monatlicher Ansatz herangezogen. Der Bruttolistenpreis ist der Listenneupreis inklusive Umsatzsteuer und Sonderausstattungen – auch bei Gebrauchtfahrzeugen.

Werden jedoch Elektrowagen, extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge und Autos mit Brennstoffzellen genutzt, mindert sich der zu versteuernde geldwerte Vorteil. Der Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage für die 1-%-Methode wird um die Aufwendungen gekürzt, die auf das Batteriesystem entfallen. Die Kosten für das Batteriesystem werden als Pauschalbetrag abgezogen. Für Elektroautos, die im Jahr 2017 angeschafft werden, dürfen 300 Euro pro Kilowattstunde der Batteriekapazität abgezogen werden.

Weiterhin gibt es seit Mitte 2016 auch eine Kaufprämie, die beantragt werden muss. Diese beträgt für reine Elektrowagen mit Batterie 4000 Euro bzw. für Hybridwagen (Ladung erfolgt per Stecker und mit ergänzendem Verbrennungsmotor) 3000 Euro. Die Förderung ist nur möglich, wenn der Kaufpreis des entsprechenden Basisfahrzeugs unterhalb von 60.000 Euro (Netto-Listenpreis) liegt. Hinzu kommen noch Erleichterungen bei der Kfz-Steuer. Seit letztem Jahr sind Elektroautos für die ersten zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

Leider sind die Anschaffungskosten für umweltschonende Autos immer noch höher als die für konventionelle Autos. Daher sollte man die Gesamtkosten und steuerlichen Auswirkungen sowohl für den Mitarbeiter als auch für den Unternehmer genau ermitteln. Gerne unterstützen wir Sie dabei.

HAZ Nordhannoversche Zeitung vom 9. Februar 2017

Neuerung bei Schönheitsreparaturen vermieteter Immobilien

geschrieben von Katz & Partner am 08.12.2016
Auf dem Immobilienmarkt ist aktuell viel los. Die Kaufpreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Dies ist der erhöhten Nachfrage geschuldet. Die Unsicherheit auf dem Geldmarkt und die niedrigen Zinsen für Baudarlehen haben dazu geführt, dass viele ihr Vermögen in Immobilien angelegt haben.
Steuerberater Christian Katz
Wurde in gebrauchte Immobilien investiert, musste oder muss man sich mit der Thematik der Erhaltung und der damit verbunden Reparaturen auseinandersetzten. Da Baumaßnahmen an Gebäuden meist kostenintensiv sind, ist es das Ziel, die Ausgaben steuerlich maximal zu berücksichtigen.

Bei selbstgenutzten Immobilien können nur die Handwerkerleistungen (keine Materialien) berücksichtigt werden. Anders sieht es aber bei vermieteten Immobilien aus. Waren die Baumaßnahmen notwendig, um die Immobilie überhaupt erst zu nutzen, sind die Ausgaben mit dem Kaufpreis anzusetzen und nur anteilig über die jährliche Abschreibung (Wohnimmobilien 2 % bzw. 2,5 % der Ausgaben) abzugsfähig.

Alle anderen Baumaßnahmen sind unter dem Begriff Erhaltungsaufwendungen zu berücksichtigen. Diese Ausgaben können dann sofort von den Vermietungseinnahmen abgezogen werden. Leider gibt es auch hier eine Beschränkung: Baumaßnahmen innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Gebäudes sind ebenfalls nur mit der Abschreibung anzusetzen, wenn die Aufwendungen netto 15 % der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen (sogenannte anschaffungsnahe Herstellungskosten).

Davon ausgenommen sind Aufwendungen die jährlich üblicherweise anfallen. Diese können sofort im dem Jahr, in dem die Ausgaben angefallen sind, vollständig angezogen werden. Der Bundesfinanzhof hat nun entschieden, dass Schönheitsreparaturen (zum Beispiel Malerarbeiten) ebenfalls zu den anschaffungsnahen Herstellungskosten zählen, weil diese nicht jährlich anfallen.

Folglich müssen Erhaltungsaufwendungen und Schönheitsreparaturen in Summe betrachtet werden und es kommt häufiger zu Überschreitungen der oben genannten Grenze. Die gesamten Kosten sind dann nicht sofort abzugsfähig und können nur über die jährliche Abschreibung berücksichtigt werden. Da die Prüfung erst nach dem dritten Jahre nach der Anschaffung der Immobilie erfolgen kann, sollte man bereits in den drei Jahren die Kosten planen und ggf. Baumaßnahmen zeitlich außerhalb der drei Jahre legen.

Die Abgrenzung um welche steuerliche Art von Baumaßnahme es sich handelt und wie sie steuerlich optimal zu berücksichtigen ist, ist nicht immer einfach zu beurteilen. Gerne unterstützen wir Sie dabei, auch bei möglichen Diskussionen mit der Finanzverwaltung über die steuerliche Würdigung.

HAZ Nordhannoversche Zeitung vom 8. Dezember 2016

Selbstständig oder doch Scheinselbstständig?

geschrieben von Katz & Partner am 20.10.2016
Diese Frage ist seit vielen Jahren bei jeder Auftragsvergabe durch den Auftraggeber zu beantworten. Ist der beauftragte Unternehmer wirklich selbstständig oder scheinselbstständig und daher als Arbeitnehmer anzustellen. Die Wirtschaftsberatung Ernst & Young hat in einer Untersuchung festgestellt, dass potenziell 1,2 Millionen scheinselbstständige Personen in Deutschland tätig sind. Ein Großteil dieser Personen ist sogar in den Räumen des Auftraggebers tätig und in die Betriebsabläufe des Auftraggebers eingebunden.
Steuerberater Christian Katz
Scheinselbstständig ist eine Person laut Gesetz, die formal als selbstständig tätige Person (Unternehmer) eingestuft wird, es sich aber tatsächlich bei ihr um eine nichtselbstständig tätige Person handelt. Diese Person ist nur scheinbar selbstständig tätig. Der Auftraggeber ist in Wirklichkeit Arbeitgeber! Die Rechtsfolge ist, dass alle Rechte eines Arbeitnehmers gelten: Kündigungsschutz, Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsanspruch usw.

Der vermeintliche Auftraggeber/tatsächliche Arbeitgeber ist einerseits verpflichtet, für diese Person Lohnsteuer einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen, und andererseits muss er die Sozialversicherungsbeiträge abführen (ca. 40% des Honorars, das aufgrund des Zuflusses als Nettolohn angesehen wird). Für den Arbeitgeber kann dies teuer werden, denn Sozialversicherungsbeiträge verjähren frühestens nach vier Jahren, und nur für die letzten drei Abrechnungszeiträume kann der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer diese Beträge nachfordern.

Die Abgrenzung ist nicht immer einfach, da die gesetzliche Definition viel Spielraum zulässt. Hat der Auftragnehmer mehrere Kunden, für die er auch gleichzeitig arbeitet, eigene Geschäftsräume, eigene Arbeitsmittel, eine aktive Webseite oder eine Mitgliedschaft im Berufsverband, können dies Anzeichen für eine echte Selbstständigkeit sein. Wer aber ständig bei seinem Auftraggeber arbeitet und dort vielleicht sogar seine Arbeitszeit erfassen oder seine Abwesenheit melden muss, gilt als scheinselbstständig.

Wird eine GmbH beauftragt sollte man ebenfalls die Scheinselbstständigkeit prüfen. Handelt es sich dabei um eine sogenannte Ein-Mann-GmbH, sind die genannten Kriterien ebenfalls zu prüfen.

Um sicher zu gehen, bietet die Deutsche Rentenversicherung das sog. Statusverfahren an. Hierbei wird verbindlich geklärt, ob eine Person angestellt oder selbstständig tätig ist. Vorteil dabei ist, dass eine festgestellte Scheinselbstständigkeit erst nach Abschluss der Prüfung wirkt. Der Auftraggeber/Arbeitgeber muss erst ab diesem Zeitpunkt den Auftragnehmer wie einen Arbeitnehmer abrechnen.

Die in der Vergangenheit durch die Deutsche Rentenversicherung durchgeführten Prüfungen haben sich mit dieser Problematik bereits befasst. Dies soll in der Zukunft verstärkt werden. Man sollte daher genau bei der Vergabe von Aufträgen an zum Beispiel Einzelunternehmer die Scheinselbstständigkeit prüfen. Wir unterstützen Sie dabei gerne – auch bei der Durchführung des Statusverfahrens.

HAZ/NP Nordhannoversche Zeitung vom 20. Oktober 2016

Elektronische Registrierkassen

geschrieben von Katz & Partner am 18.8.2016
Jeder Unternehmer sollte mittlerweile zum Thema Kasse hellhörig geworden sein. Im letzten Jahr waren Mängel bereits immer wieder Diskussionspunkte bei Betriebsprüfungen. Dieses Jahr ist die Finanzverwaltung noch einmal aktiver geworden: Es wurden unangekündigte Betriebsbesichtigungen durchgeführt. Hierbei wurden bisher nur die bestehenden Kassensysteme begutachtet und Hinweise bezüglich der vorhandenen Kassenführung gegeben. Durch bevorstehende Gesetzesänderungen werden die Vorschriften für die ordnungsgemäße Kassenführung allerdings verschärft.
Dass das Thema Kasse nicht zu unterschätzen ist, hat die Bundesregierung mit einer Pressemitteilung im Juli erneut unterstrichen. Anlass dafür ist der "Entwurf eines Gesetzes zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen" aus dem Bundeskabinett. Ziel ist es, die Steuerhinterziehung durch manipulierte Kassenaufzeichnungen wirksam zu bekämpfen.

Es müssen die sogenannten Grundaufzeichnungen einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet auf einem Speichermedium gesichert werden. Das elektronische Aufzeichnungssystem muss dafür über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung verfügen. Diese setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:

  1. einem Sicherheitsmodul (Kasseneingaben werden mit Beginn des Aufzeichnungsvorgangs protokolliert und können nicht unerkannt manipuliert werden),
  2. einem Speichermedium (Sicherung der Einzelaufzeichnungen für die Dauer der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist) und
  3. einer digitalen Schnittstelle (reibungslose Datenübertragung an die Finanzverwaltung).

Ob eine elektronische Kasse diese Voraussetzungen erfüllt, kann der Hersteller beantworten. Die Hersteller sollen nach dem Gesetzentwurf ihre Softwarelösungen durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifizieren lassen.

Die o.g. Voraussetzungen sind nur dann zu erfüllen, wenn eine Registrierkasse überhaupt vorhanden ist. Es gibt keine Pflicht zum Führen einer Registrierkasse. Dies wird sich auch nicht durch den Gesetzentwurf ändern, da die zusätzlichen Kosten nicht bei allen Bargeschäften im Verhältnis zum Nutzen gerechtfertigt werden (z.B. auf Wochenmärkten, Vereinsfesten, im Hofladen oder bei Straßenverkäufern).

Um diese neuen Anforderungen zu überprüfen, soll zu den bereits vorhandenen Instrumenten wie der Betriebsprüfung und der Umsatzsteuer-Nachschau die so genannte Kassen-Nachschau gesetzlich eingeführt werden. Verstöße gegen die neuen Verpflichtungen können nach dem Gesetzentwurf zu einer Steuerordnungswidrigkeit führen und mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Die Rahmenbedingungen für Unternehmen mit Bargeldgeschäften sind und werden auch immer komplexer. Daher macht es Sinn, zu überprüfen, ob eine Kasse notwendig ist. Wenn dies der Fall ist, sollte dringend überprüft werden, ob die bereits vorhandenen gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden und ob zukünftig Handlungsbedarf besteht.

HAZ/NP Nordhannoversche Zeitung vom 18. August 2016

Vermietung an Angehörige

geschrieben von Katz & Partner am 9.6.2016
Aufgrund der Zinsentwicklung und der steigenden Mieten ist die Vermögensanlage in Immobilien aktuell sehr gefragt. Der Anstieg im Kaufpreis für Wohnungen und Mehrfamilienhäuser spiegelt diesen Trend gerade sehr deutlich wieder. Immobilienerwerbe sind aber langfristig gerechnet bei den aktuellen Zinsen immer noch eine recht gute Möglichkeit, sein Vermögen sicher anzulegen oder Vermögen aufzubauen.
Steuerberater Christian Katz
Es gibt jedoch auch Nachteile bei dieser Anlageform. Kurz gesagt: Man muss sich auch kümmern und selber tätig werden. Mieterwechsel, Instandhaltung oder die Erstellung von Nebenkostenabrechnungen sind nur einige Aufgaben. Auch gibt es Risiken wie Mietausfälle. In Zeiten von knappem Wohnraum, steigenden Mieten und leider auch Mietnomaden sind zuverlässige Mieter ein hohes Gut.

Demzufolge vermieten viele Eigentümer an nahe Angehörige. In der Regel kann sich der Vermieter darauf verlassen, dass seine Angehörigen sein Eigentum pfleglich behandeln und die Miete pünktlich bezahlen.

Steuerlich ist es notwendig, dass die Vertragsparteien ihre Pflichten (einerseits die Überlassung einer konkret bestimmten Sache und andererseits die Höhe der Miete) klar und eindeutig im Vorhinein vereinbart haben. Der Mietvertrag muss dem Fremdvergleich standhalten (Vertrag wie zwischen fremden Vertragspartnern). Weiterhin muss der Vertrag wie vereinbart durchgeführt werden. Dies bedeutet, dass die monatliche Miete auch gezahlt wird. Werden von einem nahen Angehörigen als Mieter über einen längeren Zeitraum keine Mietzahlungen geleistet und handelt der Vermieter nicht (Mahnungen etc.), kann es zu steuerlichen Problemen kommen.

In der Vielzahl der Vermietungen an nahe Angehörige wird nicht die ortsübliche Miete vereinbart. Laut Gesetz darf die Miete nicht weniger als 66% der ortsüblichen Miete betragen, um die Kosten vollständig berücksichtigen zu können. Ist die vereinnahmte Miete zu niedrig kann es steuerlich zu Verlusten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung kommen. Aktuell hat das Finanzgericht daher entschieden, dass die Verluste nicht im Rahmen der Einkommensteuererklärung abgezogen werden können, wenn die oben genannten Voraussetzungen nicht vorliegen.

Damit die oben genannten steuerlichen Nachteile vermieden werden, sollten die Voraussetzungen bereits vor Mietbeginn genau geprüft werden. Wir unterstützen Sie dabei gerne – auch bei der Erstellung von Nebenkostenabrechnungen.

HAZ/NP Nordhannoversche Zeitung vom 9. Juni 2016

Katz & Partner feiert Jubiläum

geschrieben von Katz & Partner am 27.5.2016
Seit 25 Jahren Steuerberatung in Isernhagen
Seit 1996 ist Katz & Partner in Isernhagen HB ansässig.
Alles ist im Fluss. Das gilt nicht zuletzt für das deutsche Steuersystem, in dem sich ständig Vorgaben und Bedingungen ändern. Da ist es gut, wenn man kompetente Hilfe an der Hand hat. Die Kanzlei Katz & Partner steht für eben diese Kompetenzin den vielfältigen Bereichen der Steuerberatung. Seit 25 Jahren stehen die Isernhägener ihren Mandanten in Steuerfragen und vielem mehr mit Rat und Tat zur Seite.
Begonnen hat alles vor einem Vierteljahrhundert in Isernhagen FB. Dort hat Wolfgang Katz im Mai 1991 ein Steuerberatungsbüro eröffnet. Trotz eines eher versteckten Standorts in einem Gewerbegebiet in Isernhagen FB entwickelte sich die Kanzlei rapide und wuchs in einer Form, die bald eine räumliche Veränderung nötig machte. Nur fünf Jahre nach der Eröffnung zog die Kanzlei um zum jetzigen Standort in der Burgwedeler Straße 25 in den Ortsteil Isernhagen HB. Im Jahr 2012 ist die nächste Generation mit Christian Katz, Sohn des Gründers, in die Kanzlei eingetreten.
Heute stellt sich die Kanzlei als ein mittelständisches Familienunternehmen dar mit den beiden Eigentümern als Steuerberatern sowie einer angestellten Steuerberaterin. Insgesamt werden 15 Mitarbeiter – so viele wie noch nie in den letzten 25 Jahren – beschäftigt.
„Mit der Unternehmensgröße haben wir zurzeit eine gute Balance erreicht“, sagt Christian Katz. Nichtsdestotrotz ist es ihm wichtig, Nachwuchs heranzuziehen. „Wir suchen immer geeignete Auszubildende.“

Bei aller Expansion und allem Wachstum ist eine Kontinuität deutlich auszumachen, denn nach 25 Jahren sind nicht nur drei Mitarbeiter der ersten Stunden noch im Unternehmen. Auch mehrere Gründungsmandate sind noch vorhanden. Einen besseren Beleg für Qualität und Kompetenz kann man sich als Unternehmer und Dienstleister eigentlich nicht vorstellen. Zum Ende des vergangenen Jahres hat sich der Firmengründer Wolfgang Katz aus dem aktiven Tagesgeschäft zurückgezogen. Sohn Christian Katz leitet die Kanzlei nun in zweiter Generation. Für ihn geht es darum, den Betrieb modern zu gestalten. Die Homepage wurde komplett überarbeitet, und Katz & Partner ist schon seit einigen Jahren bei Facebook aktiv. Der 37-jährige Steuerberater erinnert sich: „Als ich anfangs ohne Krawatte zu Bankterminen gegangen bin, galt das noch als ungewöhnlich.“

Auch in Sachen EDV ist in 25 Jahren viel passiert. „Früher teilten sich drei Mitarbeiter einen Computer“, blickt Wolfgang Katz zurück. Die große Herausforderung sieht die Kanzlei in der zunehmenden Digitalisierung im Steuerbereich. Auch die von den Behörden vorangetriebene papierlose Steuerverwaltung bringt es mit sich, dass nicht nur die Steuererklärungen, sondern auch Belege und Nachweise zunehmend auf dem Bildschirm präsent sind. „Entweder werden die Papiere eingescannt oder Rechnungen existieren ohnehin nur noch als Datei“, sagt Christian Katz. Die Digitalisierung ist nicht nur ein Umstand, mit dem die Kanzlei umgehen muss. Auch die Mandanten müssen sich mit der digitalen Entwicklung auseinandersetzen. Viele Rechnungen werden nur noch digital versandt und müssen auch in dieser Form aufbewahrt werden. Auch hier gelten die steuerlichen Aufbewahrungspflichten von sechs bzw. zehn Jahren, was vielen nicht bewusst ist.
„Da auch die Software für diese Neuerungen angepasst sein muss, haben wir uns vor acht Jahren für einen Wechsel zu unserem jetzigen Partner, der Firma Simba Computer Systeme GmbH, entschieden. Gerade im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen können wir uns auf unsere Software verlassen und nutzen dabei jede Unterstützung“, erklärt Christian Katz.

Die moderne Buchführung wird irgendwann digital sein. Sowohl aus Zeit- als auch aus Umweltgründen wird die Papierrechnung irgendwann verschwinden. In der aktuellen Phase sind die Buchführungsbelege sowohl in der herkömmlichen Form auf Papier als auch in digitaler Form vorhanden. „Für unsere Mandanten ist es aber kein Muss, vollständig auf digitale Buchführung umzustellen. Wir wollen nur für zukünftige Belange unserer Mandanten offen sein und fahren daher aktuell zweigleisig“, sagt Christian Katz. Nicht nur im fachlichen, sondern auch im technischen Bereich sind daher Fortbildungen – sowohl intern wie auch mit externen Partnern – unumgänglich. „Für uns bleibt es daher ein sehr interessanter Beruf, der immer wieder für Überraschungen sorgt.“ Es wird daher wohl nicht langweilig werden in den nächsten Jahren bei Katz & Partner!

HAZ/NP Nordhannoversche Zeitung vom 28. Mai 2016

Betriebsfeiern und die 110-EURO-Grenze

geschrieben von Katz & Partner am 14.4.2016
Seit vielen Jahren sind Betriebsfeiern steuerlich begünstigt. Im letzten Jahr hat sich nun eine Änderung ergeben. Seit Januar 2015 gelten neue Regeln für "Veranstaltungen auf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter" (Betriebsfeiern, Weihnachtsfeier etc.).
Steuerberater Christian Katz
Positiv ist, dass die bisherige Freigrenze von 110 EURO in einen Freibetrag geändert wurde. Somit ist pro teilnehmendem Arbeitnehmer ein Betrag von 110 EURO steuerfrei. Nur der übersteigende Betrag muss lohnsteuerlich berücksichtigt werden. Hier kann, anstatt der individuellen Versteuerung beim Arbeitnehmer, die pauschale Lohnversteuerung mit 25% zzgl. Solidaritätszuschlag und pauschaler Kirchensteuer durchgeführt werden. Die Pauschalierung hat den weiteren Vorteil, dass keine zusätzlichen Abgaben für die Sozialversicherung anfallen.
Rein betriebliche, fachliche Veranstaltungen müssen nicht der Lohnsteuer unterworfen werden.
Bei der 110-EUR-Grenze handelt es sich um einen Bruttobetrag – Kosten einschließlich Umsatzsteuer. Zu beachten ist jedoch, dass bei Überschreitung der 110-EURO-Grenze für den übersteigenden Betrag der Vorsteuerabzug ausgeschlossen ist.
Ertragsteuerlich sind aber die gesamten Kosten inklusive der pauschalen Lohnsteuer und des nicht abzugsfähigen Vorsteuerbetrages in jedem Fall als Betriebsausgabe abzugsfähig.
Jeder Unternehmer sollte im Voraus eine Kostenermittlung pro Teilnehmer für seine Betriebsfeier durchführen. Die Prüfreihenfolge ist in zwei Schritte unterteilt:

Schritt 1: Durch Addition aller Aufwendungen einschließlich der Umsatzsteuer erhält man die Gesamtkosten der Betriebsfeier. Zu den Aufwendungen gehören neben den Ausgaben für Speisen und Getränke auch Kosten für Musik, Künstler, Räumlichkeiten, Dekoration, Fahrtkosten sowie für die Planung.

Schritt 2: Die ermittelten Gesamtkosten müssen nun durch die Zahl der teilnehmenden Arbeitnehmer geteilt werden. Haben neben den Arbeitnehmern weitere Personen an der Feier teilgenommen (zum Beispiel Ehegatten), sind die Kosten dieser Begleitpersonen dem Arbeitnehmer zuzurechnen. Eine eigene 110-EURO-Grenze für die Begleitpersonen gibt es nicht mehr.

Überdies gelten diese Regelungen nur für zwei Betriebsveranstaltungen jährlich. Ab der dritten Betriebsveranstaltung im Jahr ist dann der gesamte Betrag der Lohnsteuer zu unterwerfen. Der Arbeitgeber hat aber die Möglichkeit zu entscheiden, für welche zwei Veranstaltungen er die Begünstigung anwenden möchte.
Es macht daher Sinn, bei der Planung einer Betriebsfeier die oben genannten Voraussetzungen in die Planung, insbesondere in die Kostenkalkulation, mit einfließen zu lassen – wir unterstützen Sie dabei gerne!

HAZ/NP Nordhannoversche Zeitung vom 14. April 2016

Wie führt man eine ordnungsgemäße Kasse – oder muss überhaupt eine Kasse geführt werden?

geschrieben von Katz & Partner am 13.2.2016
Im Oktober hatten wir bereits die geänderten Vorschriften zur Führung von elektronischen Kassen erläutert. Eine Kasse muss aber nicht zwingend elektronisch geführt werden. Das klassisch per Hand geschriebene Kassenbuch ist immer noch zulässig.
Steuerberater Christian Katz
Ausgangspunkt für die Verpflichtung zur Kassenführung ist die Buchführungspflicht. Somit müssen dann Bücher und Aufzeichnungen geführt werden, die insbesondere den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und der Steuergesetze entsprechen. Besteht keine Buchführungspflicht (z.B. Freiberufler) ergibt sich auch grundsätzlich keine Pflicht zur Kassenbuchführung. Für Steuerpflichtige mit vielen Bargeschäften kann es dennoch zur besseren Übersichtlichkeit sinnvoll sein, ein (ordnungsgemäßes) Kassenbuch zu führen.

Grundsätzlich –ob die Pflicht besteht oder nicht- kann sich der Steuerpflichtige für eine Kassenart frei entscheiden.
Entscheidet sich der Steuerpflichtige zur Kassenführung ohne technische Unterstützung, ist Folgendes zu beachten:

  • Die Kasse ist täglich zu führen, und es besteht Einzelaufzeichnungspflicht. Das heißt, alle Ein- und Ausgaben müssen getrennt voneinander chronologisch sortiert und fortlaufend nummeriert aufgezeichnet werden. Die Tageseinnahmen können in einer Summe vorgetragen werden. Sie müssen nur getrennt werden, wenn Umsätze mit 7 % und 19 % Umsatzsteuer getätigt werden.
  • Zu jeder Kassenposition muss ein Beleg vorliegen.
  • Der Kassenbestand muss jederzeit anhand der Aufzeichnungen mit dem Ist-Bestand der Geschäftskasse verglichen werden können und übereinstimmen.
  • Veränderungen (z. B. fehlerhafte Eintragungen) müssen nachvollziehbar sein, und die ursprüngliche Erfassung muss noch lesbar sein.

Auffällig hohe Kassenbestände oder Kassenminusbestände lassen auf Fehler in der Kassenführung schließen.

Probleme durch eine fehlerhafte Kassenführung treten oft erst im Rahmen einer Betriebsprüfung auf. Dabei haben nur schwerwiegende Mängel Auswirkungen in steuerlicher Hinsicht. Werden materielle Mängel festgestellt (z. B. unvollständiges Verbuchen von Einnahmen), hat der Prüfer grundsätzlich die Möglichkeit, die Ordnungsmäßigkeit der Kasse zu verwerfen. Dies eröffnet ihm den Weg zu Sicherheitszuschlägen, Teilschätzungen oder sogar zu einer Vollschätzung. Liegen allein formelle Mängel in der Kassenführung vor, ist es für den Prüfer schwierig, einen Sicherheitszuschlag oder eine Schätzung durchzusetzen.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob überhaupt eine Kasse geführt werden muss. In vielen Unternehmen liegen wenig bis keine Bareinnahmen sowie Barausgaben vor. Eine Alternative können die direkte Einzahlung auf dem Bankkonto sowie die Erstattung von Auslagen per Überweisung sein. Hierzu sind keine Formvorschriften zu beachten, und es müssen keine Aufzeichnungen in Form einer Kasse geführt werden.

Da die Finanzverwaltung in der Vergangenheit häufig Mängel in der Kassenführung festgestellt hat, ist es ratsam, die Kassenführung im Vorhinein prüfen zu lassen – und zwar vor dem Beginn einer Betriebsprüfung. Wir unterstützen Sie dabei gerne!

HAZ/NP Nordhannoversche Zeitung vom 13. Februar 2016

Vereinfachung in der Kassenführung weggefallen – Elektronische Registrierkassen werden gläsern

geschrieben von Katz & Partner am 10.10.2015
Gläserne Registrierkasse: Neue Anforderungen des Finanzamts
Elektronische Kassenführung – Digitale Aufbewahrung von Unterlagen bei Bargeschäften
Seit 2002 sind Unternehmen mit Bargeschäften (unter anderem Gaststätten, Einzelhandel) bereits verpflichtet, die elektronischen Daten der Kassen elektronisch aufzubewahren und gegebenenfalls dem Betriebsprüfer vom Finanzamt elektronisch vorzulegen. Wird eine elektronische Kasse verwendet, reichen Aufzeichnungen auf Papier (Bons, Kassenrollen) dem Finanzamt nicht mehr aus. Es müssen alle Daten elektronisch aufgezeichnet und aufbewahrt werden. Der betriebswirtschaftliche Vorteil dieser Kassen kann sich bei Fehlern durch die Transparenz der Kasse steuerlich nachteilig auswirken.

Das Bundesfinanzministerium hatte im Jahr 1996 eine Vereinfachungsregelung erlassen. Es mussten die Daten der Einzelbons nicht aufbewahrt werden wenn die Tagesendsummenbons sogenannte „Z-Bons“ vollständig vorhanden waren. Ende 2010 hat das Bundesfinanzministerium ein neues Schreiben für die Anforderungen an die elektronische Kassenführung veröffentlich und diese Vereinfachung ab 2011 aufgehoben.

Grundsätzlich ist jede Einnahme und Ausgabe getrennt täglich aufzuzeichnen. Wird eine elektronische Kasse genutzt müssen alle diese Einzeldaten während der zehnjährigen Aufbewahrungsfrist jederzeit verfügbar, unverzüglich lesbar und maschinell auswertbar sein. Erfüllt eine verwendete Kasse diese Anforderungen nicht, ist sie umgehend aufzurüsten. Ist dies nachweislich technisch nicht möglich, darf die Kasse längstens bis zum 31. Dezember 2016 eingesetzt werden (Härtefallregelung). Dann müssen aber alternativ alle zur Kasse gehörenden Organisationsunterlagen aufbewahrt werden (unter anderem Bedienungsanleitung, Programmieranleitung, alle mit Hilfe der Kasse erstellten Rechnungen, alle Tagesendsummenbons).

In den anderen Fällen ist die Kasse vom Unternehmer umzuprogrammieren. Reicht der Speicher der Kasse nicht aus, um alle diese Daten dauerhaft zu speichern, muss der Speicher gegebenenfalls aufgerüstet werden. Das Auslagern der Daten auf einen anderen unveränderbaren Datenträger ist nach Auffassung der Finanzverwaltung zulässig und für den Unternehmer zumutbar. Ist all dies nicht möglich bleibt nur der Erwerb einer neuen Kasse. Die Kassenherstellen haben auf die Anforderungen der Finanzverwaltung reagiert und die meisten neuen elektronischen Kassen erfüllen die geforderten Angaben.

Der lange Übergangszeitraum von sechs Jahren soll der regelmäßigen Nutzungsdauer von Kassensystemen entsprechen. Somit würde der Unternehmer in dem Zeitraum sowieso tätig werden müssen um eine neue Kasse anzuschaffen. In der Praxis werden die Kassen aber über einen weitaus längeren Zeitraum genutzt. Für die meisten Unternehmer entstehen daher durch die Regelung zusätzliche Kosten.

Die Regelungen zur Kassenführung wurden nicht wirklich neu in dem oben genannten Schreiben definiert sondern lediglich an die Zeit (Digitalisierung) angepasst. Neu ist hingegen, dass für jede einzelne Kasse protokolliert werden muss, in welchen Zeiträumen sie an welchem Ort eingesetzt wurde. Dies muss von Unternehmer vorgenommen werden.

Zwar werden die Unternehmer gezwungen zur Umrüstung bzw. Ersatzinvestition in geeignete Kassen, aber nur dann wenn eine elektronische Kasse genutzt wird. Alle anderen Unternehmer die eine sogenannte offene Ladenkasse (z. B. auf Jahrmärkten) nutzen, sind aber nicht gezwungen, sich eine elektronische Registrierkasse anzuschaffen.

Der Zugriff der Finanzverwaltung auf die elektronischen Daten der Unternehmen wird immer mehr ausgeweitet. Es ist daher von Vorteil vor einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt im eigenen Unternehmen darauf vorbereitet zu sein, Wir unterstützen Sie dabei gerne.

HAZ/NP Nordhannoversche Zeitung vom 10. Oktober 2015